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Anti-Linkmanagement

Die niederländische Suchmaschinenmarketing-Agentur Tribal IM berichtet über einen Fall von Anti-Linkbildung [1]: Es soll Black Hat SEO’s geben, die – wenn sie alles mögliche für ihre Seite getan haben, aber nicht weiterkommen – schlichtweg die Seiten der Konkurrenz schlecht machen. Neben verschiedenen Techniken, die bereits an anderer Stelle erwähnt wurden [2], ging es in diesem konkreten Fall um die Zerstörung der Link- und Domainpop. Linkpartner eines Projektes von Trival IM erhielten Mails mit folgender Art von Inhalt:

Der Versender der eMail gab sich als Administrator der verlinkten Domain aus und die Empfänger der eMail wurden aufgefordert, den Link zur Konkurrenzseite zu entfernen. Als Grund wurde – jetzt bitte nicht lachen – “Spam Traffic” sowie Visitis von Betrügern angegeben. Für den Fall, dass der Link nicht entfernt würde, wurde damit gedroht, den ISP (Internet Service Provider) und den Hostingprovider zu informieren.

Die eMails waren maskiert auf die betreffende Domain, kamen aber in Wirklichkeit von einem FreeMail-Account in Tadschikistan. Doch welcher geschockte Webmaster schaut sich den Header so genau an? In Zeiten des Abmahnwahns wird eher schnell mal ein Backlink gelöscht. Eine wirklich miese Methode, von deren Nachahmung dringend abzuraten ist.

Jedenfalls sollte jeder SEO, der solche angeblichen Mails von Linkpartnern erhält, lieber erst beim Linkpartner nachfragen, ob das Ganze wirklich ernst gemeint ist. Denn mit ein wenig Nachdenken ist klar, dass keiner von uns Interesse daran hat, Links zu verlieren – sofern sie nicht aus schlechter Nachbarschaft kommen. Also auch Obacht, wenn jemand Links kündigt, weil die eigene Seite angeblich aus dem Index verbannt worden ist und er seinem Partner nicht schaden möchte [3]. Denn Scammer kommen sicher auch auf die Idee, wirklich stichhaltige Gründe anzuführen und sich als Menschenfreunde zu präsentieren 😉

[1] Anti-Linkmanagement, Konkurrenz wählt neue Strategie
[2] Beispiel Hijacking unter Retort gehijackt
[2] Google PageRank: What Do We Know About It? – siehe unter “Site can be banned if it links to banned sites.”

Autor:

Frank Doerr (aka Loewenherz) ist seit 1996 online, Geschäftsführer der Online-Marketing Agentur Spinpool GmbH und Inhaber der Webdesign-Agentur Wolke23. Fachjournalist (bdfj) und Buchautor. Er hält Vorträge auf SEO-Konferenzen, organisierte den SEO Stammtisch Rhein-Main und hat die erste offizielle Dokumentation der SISTRIX Toolbox verfasst. In den 90ern Lehrauftrag an der FH Frankfurt/Main, 2015 an der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Informationswissenschaft.

5 Kommentare

  1. Das ist echt dreißt. So kann man den Leuten wirklich die Linktauschpartner wegjagen.

  2. krass, welche Methoden manche sich einfallen lassen, anstatt auf seriöse Suchmaschinenoptimierung zu setzen. Ich denke dass es letztendlich nicht nur sinnvoller ist, sondern auch weniger Zeit beansprucht, mit legalen Mittlen nach vorne zu kommen. Und es ist letztendlich nur eine Frage des Budgets (an den SEO 😉 wie weit man nach vorne kommt.

  3. Das Original-Zitat wurde gelöscht, nachdem ich heute von Click Effect Marketing – der deutschen Tochter von Tribal Internet Marketing GmbH – freundlich darüber informiert worden bin, dass sie die Rechte an der Veröffentlichung von Tribal IM Materialien im deutschsprachigen Raum halten.

  4. Pingback: SEOs - die Rockstars der IT-Branche? « « SEO Scene

  5. Pingback: SEO Campixx 2011 Recap & Linkbait Präsentation | rankingCHECK Blog

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