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PubCon-Sessions zum Thema Linkkauf

Meine Favoriten auf der PubCon Las Vegas 2010 waren die Sessions zum Thema Linkbildung. Nachdem ich bereits live von dort zu den Themen Subpage Penalty bei identischen Keywords in Backlinks, May Day SEO für Google Caffeine und Speed Optimization für Google Caffeine und Conversion gebloggt habe, folgen nun noch zwei oder drei Artikel im Rückblick. In diesem Artikel geht es um die Sessions “Linkfluence: Buying Links with Maximum Juice and Minimum Risk” (-> Mitschrift), “Real World Low Risk, High-Reward Link Building” sowie Statements von Matt Cutts in seiner SuperSession.

Die erste Session sollte besetzt sein mit Rand Fiskin von SEOmoz, Jim Boykin von We Build Pages (ihn kann man beim SEOktoberfest 2010 Video sehen), Todd Malicoat und Calum i Mac Leod.

Jamie Steven: Warum kaufen SEOs Links?

Rand wurde allerdings vertreten von Jamie Steven, Marketing Vizepräsident bei SEOmoz. Seine Ansichten:

Linkmiete/Linkkauf ist gefragt, da man damit gezielt das Ranking verbessern verbessern kann, verschiedene Linkquellen erhält mit korrektem Ankertext und dem bestmöglichen Linkziel. Laut den Daten von SEOMoz sieht es so aus:

  • 14% kaufen Links direkt vom Webmaster
  • 8% von Linkbrokern
  • Bei Linkkäufern ist es zwei Mal so wahrscheinlich, dass sie einen Spam Report ausgefüllt haben
  • und drei Mal so wahrscheinlich, dass sie von einem Spam Report betroffen werden und einen reconsideration request stellen müssen. In einem Paper auf SEOmoz steht dies allerdings etwas detaillierter: “30% der Linkkäufer über Linkmakler haben einen Antrag auf erneute Prüfung an Google (gegenüber 12% in der allgemeinen Bevölkerung) gesendet”.

Jamie rät vom Linkkauf ab, weil es zu riskant ist und bessere Wege geben soll. Nichtsdestotrotz stellt er fest: Kauflinks wirken! SEOmoz hat als Experiment von einer populären Seite insgesamt drei Links gekauft und dabei folgendes festgestellt:

  1. Link auf SEOMoz Blog: Ranking steigt von Platz 458 auf Platz 30 in acht Tagen bei einem Keyword mit 30% Schwierigkeitgrad
  2. Link auf wenig populäre Blogseite: Ranking steigt von Platz 426 auf Platz 57 in vier Tagen bei einem Keyword mit 36% Schwierigkeitgrad
  3. Link auf brandneue Seite: Ranking steigt von Platz 198 -auf Platz 4 in vier Tagen bei einem Keyword mit 26 % Schwierigkeitgrad

Laut Jamie bestätigt Matt Cutts einen neuen Fokus auf Webspam. Und es soll Hunderte von Firmen geben, die sich mit Fragen an Seomoz wenden, um Hilfe wegen Abstrafung zu erhalten.

Jim Boykin: Linkbildungs Methoden und Risiken

Jim wiederholte seinen Rat von vor 3 Jahren: “don’t piss off google & stay under the radar” 😉 . Dazu hat er eine lustige Definition von Spam = Sites positioned above me. Tja, Mitbewerber als typische Spam-Petzen stellt aus meiner Sicht dieses System natürlich in Frage – auch in der Art, wie Google es ernst nehmen kann. Dazu weiter unten.

Jim stellte fest: Wenn du keine Links kaufst, hast du keine Chance beim Shorttail. Und: Es gibt Möglichkeiten für guten Linkkauf, darüber spricht er aber nicht öffentlich. Tja. mehr relevantes habe ich mir nicht notiert. Die Präsentation zu diesem und einem anderen Vortrag zusammen mit Greg Boser können hier eingesehen werden: webbuildpages.com/jim – user, password: mittlerweile entfernt…

Damit bleiben noch zwei Vorträge in dieser Session.

Todd Malicoat: Sechs kreative Wege, um Geld auszugeben und großartige Links zu kriegen

Er stellte Thesen aus seinem Buch vor, wo es um das Training von Link-Ninjas geht:

  1. Verdiene Links durch Geschäftsentwicklung, durch die Partnerschaft mit Menschen … Er gibt einige Beispiele von Partnerschaften, die er bei Rhapsody hatte mit CMT.com. Er kauft keine Links, sondern eine partnerschaftliche Beziehung über Traffic.
  2. Spenden an politische oder Non-Profit-Organisationen, um an einen Danke-Link zu kommen. Altbekannt. Aber immerhin hat via Twitter fabioricotta den Artikel 106 Sponsorship-Based Link Building Queries beigesteuert.
  3. Events: Eine Veranstaltung in der eigenen Stadt sponsoren, einflussreiche Twitterer finden, prüfen, ob diese Blogs und Website haben und einladen. Schon moderner 🙂
  4. Vorhandenen Content kaufen: Content kaufen, der bereits auf anderen Webseiten online ist, auf der eigenen publizieren und dafür bezahlen, dass auf der anderen Seite ein rel=canonical auf die eigene weist.
  5. Corporate Scholarships, um einen Link von Schulen oder Universitäten zu erhalten.
  6. Ziele auf einflussreiche User bei Facebook. Erstelle Facebook-Anzeigen gezielt für bestimmte Personen. Verlinke sie direkt mit dem Content deiner Website bzw. mit speziell auf die influencer zugeschnitten Inhalt.

Tja, dann war da noch der Vortrag von Calum  I Mac Leod, der im Grunde bereits gesagtes noch mal brachte und uninspiriert war.

Fazit Linkkauf-Session

Das Thema versprach viel, hielt wenig. Darüber, wie man hochwertige Links kaufen kann und wenig Risiko dabei eingeht, wurde streng genommen nichts gesagt. SEOmoz war noch ganz nett, aber die Infos waren bereits im Web erhältlich. Bei mir entstand ein Eindruck, als wollten alle besonders lieb und weiß sein: PersilCon statt PubCon. Dabei war klar, dass so mancher, der von Linkkauf abriet, selbst Dreck am Stecken hatte. Aber das geht in Bereiche, wo ich meine Infos außerhalb von Sessions erhalten habe, und insofern auch nicht blogge. Tja, es war, als würde Matt Cutts wie ein Schreckgespenst über allen schweben…

Session Real World Low Risk, High-Reward Link Buildung

Laut Ankündigung sollten hier Greg Hartnett von Best of the Web, Dixon Jones, Rae Hoffman und Aaron Shear von shopping.com sitzen. Greg empfahl bezahlte Einträge in Webkataloge und warb damit natürlich auch für botw. Außerdem empfahl er Nischenverzeichnisse (regional oder nach Branchen). Aaron Shear langweilte mich dann, von Sugarrae weiß ich eh, dass sie nichts sagen würde, dass gegen Googles Guidelines ginge und es war die Session vor dem Mittagessen, die man strategisch besser vorher verlassen sollte, um nicht in einer Riesen-Schlange zu verenden. Also hab ich mir alles weitere gespart.

Matt Cutts über Linkspam

Damit bleiben mir nur noch zwei Anmerkungen zum Vortrag von Matt Cutts. Zum einen warb er für den Button in Google Chrome, mit dem man ganz leicht Mitbewerber Linkspammer verpetzen kann. Neben mir in der ersten Reihe saßen Bob und Marcus, die Matt daraufhin laut ausbuhten. Matt zeigte auf uns mit dem Kommentar: “Alles BlackHats dort”. Wie man sieht, ist der früher so weiße Loewenherz auf der PubCon bestens eingeführt worden 🙂

Die wesentlich wichtigere Ausführung von Matt war aber, dass Google künftig bei Linkkauf gezielter vorgehen will. Es soll nicht mehr eine ganze Domain oder eine komplette Unterseite abgestraft werden, auf der ein gekaufter Link entdeckt wird. Es soll nur der Link selbst entwertet werden. Dies hat aus meiner Sicht mehrere Aspekte:

  • Google kann sich bei hochwertigem Linkkauf nie sicher sein, ob es sich wirklich um einen Paidlink handelt. Mit der neuen Strategie wird der Kollateralschaden massiv reduziert. Vielleicht kann Google sogar ein bisschen großzügiger entwerten?
  • Nachteil für Linkverkäufer und Käufer: Sie können nicht mehr sicher sein, ob ein Link entwertet wurde oder nicht.
  • Vorteil für Linkverkäufer: Keine Abstrafungen mehr für die komplette Domain oder Unterseite.

Soweit meine Zusammenfassung zum Thema Linkkauf. Als letzte Themen stehen vielleicht noch “Optimierung von WordPress an”, eventuell mit einem Ausflug zum Thema “Monetarisierung von Blogs”, und auf jeden Fall mein Gesamtfazit zur PubCon mit Erlebnissen, Erfahrungen, Tipps für potentielle Besucher aus Deutschland und einer möglichen Antwort auf die Frage: “Lohnt der Besuch überhaupt”?

Autor:

Frank Doerr (aka Loewenherz) ist seit 1996 online, Inhaber von Spinpool Online-Marketing und der Webdesign- und Wordpress-Agentur Wolke23. Fachjournalist (bdfj) und Buchautor. Er hält Vorträge auf SEO-Konferenzen, organisierte den SEO Stammtisch Rhein-Main und hat die erste offizielle Dokumentation der SISTRIX Toolbox verfasst. In den 90ern Lehrauftrag an der FH Frankfurt/Main, 2015 an der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Informationswissenschaft.

12 Kommentare

  1. ^^ Matt Cutts das Schreckgespenst.. ich finde Linkkauf nicht gerechtfertigt. Legt man die Jahresmiete eines Links bei einer Bank an, hat man mehr davon. Nimmt man sich 100,- Euro und baut mit dem Geld eine Linktausch Seite auf, hat man mehr davon. Spendet man 100,- Euro an einen lokalen Verein der dem Thema der eigenen Website nicht abgeneigt ist und kümmert sich um einen Danke-Backlink, hat man mehr davon. Gibt man zwei jungen Bloggerinnen je 50,- Euro und bittet Sie, doch gelegentlich über dies oder das zu berichten und legt ab und zu mal 20,- Euro nach, hat man mehr davon. Ich persönlich will eigentlich immer alles kostenlos und finde den Aufwand meist auch nicht zu hoch, etwas kostenlos zu “organisieren”.

  2. Hi Frank,

    danke für den netten Bericht.
    Ob das freigeben der Präsis und user/pw kombi vom Veranstalter allerdings gewünscht ist?

    Gruß

    Stefan

  3. ich halte mich da genauso wie (seouxindianer.) Ich will sowas eigentölich nicht wahrhaben, lese aber sehr viel darüber. Ich hatte mich mal mit dem gedanken getragen einen link zu kaufen, aber getan habe ich es nicht. Warum ???? Weil ich es nie nötig hatte.
    Ich sehe mich als Altseo der seine Links noch im netz sucht……und findet.

  4. @seouxindianer:
    …Legt man die Jahresmiete eines Links bei einer Bank an, hat man mehr davon.

    also entweder Du machst was falsch oder ich kenne nur uninteressante Banken! 😉

    Grüße
    Nicos

  5. Danke für den ausführlichen und interessanten Bericht, wäre auch gerne dabei gewesen. Bin gespannt auf deine Wertung gesamt, ob du 2011 dann wieder dabei bist.

  6. Wenn der Fall tatsächlich eintritt, dass nur einzelne gekaufte Links entwertet werden, dann sollte das den Linkkauf doch gehörig ankurbeln; zumindestens dort wo ausreichend Kapital vorhanden ist. Ich vermute, dann wird es in den harten Bereichen kaum noch möglich werden, richtig weit nach oben zu kommen.
    Grüße..Markus

  7. Man muss einfach besser sein als die Konkurrenz, dann kommen die kostenlosen Links von ganz allein und das will ja google und merkt es wahrscheinlich auch.

  8. Man muss einfach besser sein als die Konkurrenz, dann kommen die kostenlosen Links von ganz allein und das will ja google und merkt es wahrscheinlich auch.

  9. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE]
    Ich bin hier über Google auf den Blog gestossen. Bitte nicht falsch verstehen, aber ich wollte eins mal wissen, wieviel Besucher habt ihr denn so täglich? Habt Ihr die Seite für Suchmaschinen optimiert?? Oder hat sich das eher von allein im Internet herumgesprochen und dementsprechend Links aufgebaut?
    [ADMIN-EDIT: Der Kommentar ist so schön doof, den musste ich einfach freischalten]

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