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Google und Webkataloge

Die Google Webmaster-Zentrale hat sich über Webkataloge geäußert und das Ganze deckt sich weitgehend mit dem, was ich hier schon oft in Postings geschrieben habe: Einträge in Webkataloge und der Betrieb eines solchen sind nicht per se schlecht. Letztendlich lassen sich die Kriterien leicht zusammenfassen:

  • Nischenthema mit hohem Qualitätsniveau
  • saubere Strukturierung
  • redaktionelle Pflege
  • Mehrwert durch Blog oder Forum

Dabei ist es für Google auch völlig okay, wenn der Plege-Aufwand durch eine Eintragsgebühr finanziert wird. Interessant ist, dass Google sogar gescrapte Einträgen oder vorgefertigte Kategorien toleriert, solange dem User ein Mehrwert geboten wird. Was Google aber weiterhin nicht mag, sind backlinkpflichtige Kataloge. Denn:

Linktausch mit dem Ziel, das Ranking in Suchmaschinen zu manipulieren, verstößt gegen unsere Richtlinien für Webmaster.

Aus meiner Sicht als Betreiber eines Katalogs, der jede oben genannte Empfehlung erfüllt, ist letzteres eine reine Maßnahme aus Google-Sicht. Natürlich könnte ich Geld nehmen, aber stattdessen akzeptiere ich auch einen (wesentlich einfacher abzurechnenden) Link – denn: Links sind die Währung des Internet. Geschaffen hat diese Währung: Google. Es mag das gute Recht von Google sein, eine Währung unter bestimmten Bedingungen zu entwerten. Aber sie sollten nicht glauben, dass die Meinung einer Suchmaschine Gesetz ist. Ebensowenig wie nur Google bezahlte Werbeplätze verkaufen darf.

Wie also eingangs gesagt, gilt demnach weiterhin das, was ich mit Marcus bereits während des letzten SEO-Stammtischs sowie des Vortrags an der FH Darmstadt kontrovers diskutiert habe: Einträge in Webkataloge als solche sind nicht schlecht. Wer sie geschickt auswählt und nicht auf Masseneinträge setzt, kann durchaus profitieren. Und das beste Webverzeichnis, wenn auch thematisch übergreifend und aufgrund der Hürden für SEOs in dieser Gruppe eher unbeliebt, ist immer noch das Open Directory Project.

Quellen
Google Webmaster-Zentrale: Webkataloge im Rampenlicht
SEO Scene: Die Bedeutung von Web-Verzeichnissen

Autor:

Frank Doerr (aka Loewenherz) ist seit 1996 online, Inhaber von Spinpool Online-Marketing und der Webdesign- und Wordpress-Agentur Wolke23. Fachjournalist (bdfj) und Buchautor. Er hält Vorträge auf SEO-Konferenzen, organisierte den SEO Stammtisch Rhein-Main und hat die erste offizielle Dokumentation der SISTRIX Toolbox verfasst. In den 90ern Lehrauftrag an der FH Frankfurt/Main, 2015 an der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Informationswissenschaft.

8 Kommentare

  1. Ich denke, dass es völlig ok ist nach einem Link zu fragen. Einen zu verlangen, geht jedoch zu weit und signalisiert ganz klar ein Manipulationsabsicht. Das mit Währung mag Google natürlich gar nicht. Selbstverständlich sind sie selbst für diese Sachlage verantwortlich. Sie tun aber immer noch so, als sollte es nicht so sein, denn schließlich basiert ein nicht unerheblich Teil des Algos auf der Annahme, dass Links eben *keine* Währung, sondern altruistische Abstimmungen sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in 10 Jahren auch noch sein wird. Auch Google wird irgendwann mit den eigenen Füßen auf den Boden der Tatsachen landen.

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  7. Wenn Google wirklich etwas gegen eine Backlinkpflicht hätte dann würden doch nicht gerade Webkataloge mit Backlinkpflicht oft den höheren Pagerank genießen. Ich persönlich finde es nicht richtig Einträge abzuweisen nur weil die Seitenbetreiber keinen Backlink setzen möchten. An dieser Stelle möchte ich erinnern das jeder Eintrag dem Katalog kostenlosen Content verschafft. Das sollte meiner Meinung nach berücksichtigt werden.

  8. 1. Backlinkpflichtige Kataloge mögen durchaus in ihren Hochzeiten einen hohen PageRank gehabt haben – klar, da sie ja eine höhere Domainpop bekommen als Kataloge ohne Backlinkpflicht. Später dürfte hier aber – zumindest unterhalb der Startseite – die Anzeige zurückgeschraubt worden sein.
    2. Kostenloser Content mag sein. Aber oftmals handelt es sich um duplicate content, da sich kaum ein Eintragender die Mühe macht, seine Texte zu variieren. Und das ist dann kaum etwas wert.

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