Die Mystik des grauen Balkens
Es gibt Zeiten im Leben eines Suchmaschinen-Optimierers, da zählt vor allem der grüne Balken und seine Länge. Was mich seit dem letzten PageRank-Update im Januar 2008 beschäftigt, ist der graue Balken. Interessanterweise gab es bereits nach dem Januar Update 2007 Spekulationen dazu sowie ein Blog-Posting von Torsten Maue. Die Frage lautet: Was besagt der graue Balken überhaupt?
Ursprünglich war alles ganz einfach. Ein grauer Balken hieß, dass Google die Seite noch nicht kennt. Dass Google da gewesen war, erkannte man spätestens an der weißen Farbe des Balkens: Indiziert, aber unranked. Nach dem nächsten Toolbar-Export gab es dann auch grüne Farbe. Ab diesem Zeitpunkt war der Wechsel von grün zu grau ein äußerst schlechtes Zeichen. Es ließ erahnen, dass Google die betreffende Seite in irgendeiner Form nicht leiden konnte. Platz 2 bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2007: Abstrafung.
Mehrfache Seitenchecks nach dem letzten PR-Update ließen mich aber daran zweifeln, dass zumindest die beobachteten Webprojekte als Ganzes betroffen waren. Es gibt Domains mit lustigen grünen Balken, bei denen irgendwelche Unterseiten grau sind. Seiten, die früher grün waren. Also versuchte ich ein System zu entdecken.
Die ersten entdeckten ausgegrauten Seiten waren die typischen „Links“-Seiten: mehr ausgehende Links als Content. Schade oft für die kleinen Seitenbetreiber, die ihre Lieblinge gern so versammeln. Dann stellte ich fest, dass es viele „Impressum“-Seiten erwischt hatte. Pech für Webdesign-Agenturen, die genau dort standardmäßig ihre Duftmarke zu hinterlassen haben. Man darf Links einfach nicht dort setzen, wo Menschen sie erwarten, sondern muss sie so setzen, wie Google sie haben will, sonst sind sie böse
[Ob die Links oder die Google-Boys, überlasse ich jetzt eurer Phantasie]
Also ein Plädoyer für Content-Seiten? Mitnichten. Da gibt es zahlreiche ältere Seiten mit gutem, langem, einzigartigen Content und der Balken ist grau. Torsten äußerte (bezogen auf Blogs) folgende Idee:
Grund dafür dürfte sein, daß noch keine (genügenden) Links von außen auf den Blogbeitrag verlinken. Daraus kann man die Schlußfolgerung ziehen, daß interne Verlinkung alleine nicht mehr ausreicht um einen weißen bzw. grünen Balken zu bekommen!
Wenn es danach ginge, müssten wesentlich mehr Seiten grau sein. Dass bei einigen Seiten ein interner Link mit PR2 oder 3 nicht reichen soll, um der angelinkten Seite zumindest einen PR1 zu geben, ist für mich nicht schlüssig. Wenn Torstens Gedankengang stimmen sollte, müsste die Seite statt grau einfach nur weiß bleiben: indiziert, aber ohne Rank. So führt der Gedankengang wieder nur zum Unwort: Abstrafung. Und genau dies ist der einzige Grund, warum ich mir um dieses Thema Gedanken mache, da die Länge des PR’s zuweilen ganz lustig ist, aber längst nicht mehr die frühere Relevanz besitzt.
Sind also alle mit einem grauen Balken bedachten Seiten wirklich abgestraft worden? Wenn ja: Warum? Ich konnte bislang gerade bei jenen erwähnten Content-Seiten einfach keinen Grund finden. Ist Google nicht nur nicht-evil, sondern mittlerweile gottgleich, so dass es einem normalsterblichen SEO nicht mehr möglich ist, deren Schalten und Walten nachzuvollziehen? Oder sind die Götter einfach nur verrückt geworden? Da wirkt es fast schon beruhigend auf mich, wenn der kürzlich (nicht umsonst) zum SEO-Gott gekürte Sistrix im Kontext dieses Updates schreibt:
Zu unerklärlich sind mir manche Verschiebungen
Danke, dass ich nicht allein stehe…
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Über diesen Artikel
Sie betrachten gerade »Die Mystik des grauen Balkens«, einen Artikel im SEO Scene.
- Veröffentlicht:
- 18. Januar 2008 / 21:15
- Autor:
- Loewenherz
- Abgelegt unter:
- PageRank
- Schlagworte:
- Abstrafung, PageRank, Update

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