Google PageRank – Sein oder Nicht-Sein
Der Google PageRank und sein mögliches Ende – ich wollte ja nichts dazu schreiben. Aber wenn in Blogs Todesanzeigen veröffentlicht werden, sich Webmaster Sorgen machen, wenn sie die Bedeutung einer Seite nicht mehr einschätzen können, und Linktauscher die Panik kriegen, dann blogg ich mal zu später Stunde.
Unglaublich, wieviele der berichtenden Blogs sogar Trackbacks mit nofollow bestrafen. Deshalb hier nur die good guys: Mein alter Kollege Goatix gibt einen guten Überblick und will sich in die Nesseln setzen und Martin Mißfeld (für mich einer der absolut genialen Newcomer des Jahres, wenn man denn an SEO-Wahlen teilnehmen möchte) meditiert über die Psychologie des Updates.
Die Sinnhaftigkeit des PageRank
Einerseits nervt das Ding. Da muss man Kunden und Hobby-SEOs dauernd erklären, dass die Länge des grünen Balkens nicht im direkten Verhältnis mit den Ranking-Möglichkeiten steht. Andererseits ist es ein nettes Tool. Ein Blick und man kann vermuten, ob diese Seite eine tiefergehende Analyse wert ist oder nicht. Und ich freu mich beim Domaingrabben stets, wenn ich billig an richtig gute Sachen komme, weil die ganzen PR-Freaks den Radar einseitig eingestellt haben.
Warum der PageRank bleiben sollte
Einer der nofollow-Freaks schrieb darüber, dass er eine Marke sei. Â Absolut. Viele assoziieren dieses Ding mit Google. Selbst wenn also Rechte ablaufen, hey, das Teil sorgt einfach für Aufsehen und viele Webmaster machen weiterhin die Bedeutung ihrer Seite daran fest. Dieses Ergebnis der Studienzeit an der University of Stanford ist historisch bedeutsam für die Gründung von Google!
Warum der PageRank gehen sollte
Schon lange ist der PageRank nicht wirklich ein taugliches Instrument. Da habe ich zwei Seiten mit einem identischen PageRank von läppischen 2. Die eine hat grade mal zwei (!) Backlinks, aber einer davon hat nunmal PR3. Die andere hat eine Domainpop im dreistelligen Bereich. Und einen interessanten Sichtbarkeitsindex. Keine Frage, welche Domain die Interessantere ist. Der PageRank ist derselbe. Im Grunde ist er also untauglich für eine wirkliche Bewertung. Aber das weiss im Grunde jeder SEO – wenn er diesen Namen verdient hat.
Geht der PageRank wirklich?
Genau das ist die Frage. Da sind einige Blogposts, ein 2011 (!) ablaufendes kostenloses (!) Patent-Nutzungsrecht und ein Zitat einer Google Mitarbeiterin. Im Ernst: Ich glaub das erst, wenn mir meine Firefox Plugins nix mehr anzeigen. Alles andere ist für mich ein Hype von Update(-not)geilen Webmastern. Man hat ja sonst nix zu tun.
Der Ernstfall
Sollten sie allerdings Recht haben, wird die Sache lustig. SEO-Tools, die ins Leere laufen, Backorder-Freaks, die nicht mehr wissen, was sie ordern sollen, frustrierte Webmaster, die nicht mehr wissen, warum wer rankt, Linkkäufer, die orientierungslos bieten, Teliad & Co machen Pleite
Kurz und gut: Anarchie in SEOland. Â Mit einem Schlag hätte Google so manchen Sündenpfuhl ausgetrocknet und bräuchte sich nicht mehr manuell mit Abstrafungen rumzuschlagen. Das wäre ein richtig guter Grund.
Advocatus diaboli
Wenn das so wäre, was wäre dann? Es wäre tatsächlich auch ein Verlust. Denn – wie oben schon geschrieben – der PageRank KANN als erstes Bewertungskriterium taugen. Klar ist die Domainpop schon lange die erste Bürgerpflicht eines SEOs. Aber auch sie ist relativ. Eine Domainpop von 300 aus Webkatalogen, Social Bookmark Diensten und Gästebüchern ist einfach etwas anderes als Links von zehn richtig gut rankenden Webseiten.
Es lebe der …Rank
Dies macht das Dilemma sichtbar. Es gibt keine wirklich sinnige Alternative. Klar, der PageRank ist nur ein billiges Hilfsmittel. Aber was stattdessen? Domainpop ist nicht wirklich aussagekräftig, solange nicht der WERT der Links mit transferiert wird. Und da derzeit damit gerechnet werden kann, dass die Yahoo-Abfrage – wie auch der Katalog – keine allzulange Lebenszeit mehr hat, werden auch hier Tools reihenweise einbrechen. Hilfreich kann ein  Sichtbarkeitsindex sein, wie ihn SISTRIX bietet. Aber auch hier gibt es Nachteile, da dieser aus meiner Sicht breit aufgestellte Seiten gut darstehen lässt, aber Nischenknaller im Vergleich dazu abwertet – auch wenn ein Link von diesen stärker wirken kann. Die perfekte Lösung ist für mich aktuell nicht in Sicht – außer Brain 2.0. Ernsthafte SiteChecks sind eh schon aufwändig und werden es bleiben.
Die Zukunft ist wie immer spannend
Eben. Egal was geschehen wird, es bleibt spannend. Was werden sich SISTRIX & Co ausdenken? Wird Google vielleicht einen neuen, besseren Algo aus dem Hut zaubern, dessen Patent bei Google liegt? Den PR einfach nur noch intern verwenden? Letztendlich gilt: Was auch immer geschieht, für uns SEOs gibt es nur eine einzige wirklich wichtige Währung: Die Platzierung in den SERPs und der daraus resultierende (qualifizierte) Traffic (und gegebenenfalls die daraus resultierenden Einnahmen). Halleluhja
TrustRank statt PageRank?
Edit: Â Dank Mario Fischer bin ich eben auf das Google Patent vom 13. Oktober 2009 zum Trust-Ranking gestoßen. Genau das würde in die Richtung gehen, die ich im Abschnitt darüber beschrieben habe. Könnte Google sicher auch quantifizieren. Und dann wird einfach der grüne Balken durch einen anderen Wert ersetzt. TrustRank statt PageRank. Ach ja, trustrank.de und trustrank.com sind bereits registriert
Siehe auch Wikipedia sowie die Arbeit von Dominik Scheiner bei Knol.
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Über diesen Artikel
Sie betrachten gerade »Google PageRank – Sein oder Nicht-Sein«, einen Artikel im SEO Scene.
- Veröffentlicht:
- 21. Oktober 2009 / 00:32
- Autor:
- Loewenherz
- Abgelegt unter:
- PageRank
- Schlagworte:
- Domainpopularität, PageRank, Sichtbarkeitsindex, TrustRank

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