Nachlese zum WotR-Award 2007

In der gestrigen Sendung wurden wie erwartet die Awards zum „Goldenen Trunkenbold 2007″ vergeben. Mit dem dritten Platz in der Kategorie „Bester neuer SEO Blog“ betrachte ich SEO Scene angesichts der starken Konkurrenz nicht als Verlierer und hoffe, mir nicht nur einige positive, sondern auch die beliebten kritischen Kommentare *g* gestatten zu können.

Hinsichtlich der ersten drei Kategorien gibt es sicher wenig zu diskutieren:

SEOigg ist definitiv der King seiner Kategorie gewesen, auch wenn ich dort nur selten vorbeischaue. Beim Single-Post waren für mich allerdings auch das gar nicht nominierte „Was kostet Suchmaschinen-Optimierung“ (ebenfalls von Sistrix) sowie das bereits mehrfach erwähnte SEO Einkommen von Goatix ganz heisse Kandidaten. Wirklich schade, dass man nur eine Stimme vergeben konnte. Die Möglichkeit, seinem Lieblingskandidaten 3, dem Zweiten 2 und Nr. 3 einen Punkt zuteilen zu können, wäre nett gewesen, gab das Abstimmungssystem aber wohl genausowenig her wie einen Link zu den nominierten Seiten.

Wobei ich beim besten SEO-Blog auch JoJo weit vorn gesehen habe und gern mitgewertet hätte. Mein Grund für Sistrix zu stimmen bestand darin, dass er zwar weniger postet, seine Beiträge aber eine weitgehend hohe Relevanz besitzen. Mal schauen, ob das neue Design der Internetmarketing-News den Blogbesuch bei JoJo noch attraktiver macht – die ersten Kommentare sind allerdings sehr kritisch.

Dass „Ranking Konzept – SEO News“ beim „Besten neuen SEO-Blog“ gewonnen haben, muss nicht verwundern. Wobei hier weniger das Konzept eigenständiger Beiträge verfolgt wird, sondern es sich eher um ein Newsblog handelt, das nicht nur SEO-nahe Themen aufgreift. Das gestrige Interview mit Malte, der hier ebenfalls als Autor registriert ist, machte auch klar, dass es sich im Grunde um ein von Artaxo betriebenes Firmenblog handelt. Dass eine Firma mit 20 Angestellten und weiteren freien Mitarbeitern natürlich bei einer solchen Abstimmung massiv eingreifen kann, zeigt, welch geringe Aussagekraft letztendlich ein solcher Award besitzt (ebenso wie unserer Fun-Award zu Sexiest SEO) und dass man, um einen glaubwürdigen Award zu gestalten, hier schon wirklich eine Jury zusammenstellen muss. Vielleicht mache ich das ja, schließlich gäbe es mit Mario Fischer als SEO-Erfolgsautor, mit Jo Bagger von der c’t und diversen anderen ja genug Fachprominenz zum Einladen.

Mediadonis hat mich vor allem überrascht hinsichtlich seines kritischen Umgangs mit Malte. Denn es zeigte sich, dass bei dem Gewinnerblog eines fehlt: Leidenschaft fürs Thema. Man hatte schnell das Gefühl, einen Praktikanten vor sich zu haben, für den das Einspeisen von News in dieses Blog einfach eine bezahlte Station auf seinem Karriereweg ist, die auch demnächst zu Ende ist – der nächste Praktikant setzt das Blog dann fort. Da fehlt das Herzblut. Schade.

Ganz anders wirkte der Papa von Little Eve, dem Überraschungssieger in der Kategorie Rookie of the Year. Der Betreiber eines Montessori Shops kam unglaublich sympathisch herüber. Und auch die Idee mit dem Blog ist total süß und auch innovativ. Insofern geht der Preis in Ordnung – zumal ich beispielsweise über die SEO Bilder Rätsel schon sehr geschmunzelt habe. Allerdings habe ich bei diesem Blog ein mulmiges Gefühl, das sich bei der gestrigen Sendung noch verstärkt hat. Okay, jetzt wird’s pädagogisch ;-) Und geht um Datenschutz.

Ich finde es toll, dass ein Kind auf eine solch spielerisch-leichte Art an das Thema Internet und Blogs herangeführt wird. Aber ich finde es hochgradig bedenklich, dass man hier ein nahezu gläsernes Kind vor sich hat, dem die Tragweite dieser Entscheidung gar nicht bewusst sein kann. Über das Blog kriegt man den kompletten Namen, Adresse und zahlreiche andere persönliche Informationen zu diesem Mädchen. Als Fridaynite wegen des Awards die Nummer im Impressum anrief, hatte er sogar Little Eve direkt am Telefon, die während der Sendung verschreckt die telefonische Kommunikation verweigerte.

Ich möchte deshalb daran erinnern, dass der Internetuser per se nicht einfach „gut“ ist. Hier gibt es auch Perverse, Idioten, Arschlöcher. Vor einigen Jahren versuchte ein Typ, den die Polizei nie bekommen hat, meine älteste Tochter mittels Geld auf dem Nachhauseweg von der Schule in seine Wohnung zu locken. Für solche Päderasten ist das Internet mit seinen Möglichkeiten ein Tummelplatz par Excellence. Ich selbst wurde aufgrund meiner federführenden Rolle in einem anderen Netzprojekt über Monate hin von einer psychisch kranken Stalkerin verfolgt, die mich mit notgeilen Mitteilungen bombadierte, mehrmals anrief und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in meine Wohnung eindringen wollte.

Ich kann mich wehren, ein kleines Mädchen nicht.

Deshalb mein dringender Rat an die Eltern von Little Eve: Anonymisiert dieses Projekt, aber dringend! Lasst die Domain wenigstens von jemand anderem übernehmen und setzt einen anderen Verantwortlichen als euch ins Impressum. Kappt die Links zu euren eigenen Seiten etc. Manch kinderlose SEO’s mögen spöttisch den Kopf schütteln und weiter am Bier nuckeln. Aber so schön dieses Projekt auch ist und so liebevoll es gemacht ist: Je mehr Little Eve in den Fokus der Netzgemeinde rückt, desto größer die Gefahr, dass irgendein krankes Hirn darauf aufmerksam wird. Und mit all den Infos dort hätte ein solcher Typ leichtes Spiel.

Ende der Predigt. Aber über einen Link der kleine Eva freu ich mich natürlich trotzdem :)

 

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