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Neuer nofollow-Zwang bei WordPress 2.7

Ich liebe WordPress, das vorneweg. Aber es gibt Dinge, die mich zum Wahnsinn treiben. Ich rede hier nicht davon, dass WordPress auch heute noch nicht über eine automatische Sommerzeiterkennung verfügt, die in modernen Forensystemen normal ist. Sondern davon, dass WordPress seit Version 1.5 den nofollow-Befehl in Kommentaren erzwingt. Und jetzt mit 2.7 meinen Schutz dagegen aushebelt.

Bevormundung ist richtig übel. Genau dies tut WordPress seit Jahren. Ich kann alles möglich selbst einstellen. Aber gibt es irgendwo ein Häckchen “nofollow aktivieren” bzw. “nofollow deaktivieren”? Nein. Die Version 1.5 baute dies standardmäßig ein als Schutz vor Spammern. Hat es etwas genützt? Nein!

Ich hatte in diesem Blog bereits über die Themen Linkgeiz und Linkliebe geschrieben. WordPress steht für Linkgeiz. Welcher normale Webmaster installiert ein Blogsystem (oder lässt es installieren) und macht sich dann um etwas seltsames wie nofollow Gedanken? Kaum einer. WordPress killt mit seiner Marktdominanz und seiner Bevormundung des Webmasters die Ur-Idee des WWW: Links als Empfehlung.

Ich habe damals umgehend ein Plugin installiert, welches die nofollow-Kennzeichnung entfernt. Wobei es schon an Perversion grenzt, dass man dafür ein Plugin installieren muss. Bis heute lief es gut, dann begann ich damit, alle WordPress 2.6.3-Installationen durch 2.7.1 zu ersetzen. Bei einem Upgrade warte ich halt meist, bis das erste Service Pack draussen ist *g*

Doch was musste ich feststellen: Alle Trackbacks und Kommentare auf nofollow. Das Plugin arbeitet nicht mehr. Einen Ausweg bietet NoFollow Free. Und nein, ich bin nicht der Einzige – nach der Installation fand ich bei Denkweite und Harald weitere Rügen (dort gibt es auch den Hinweis auf DoFollow 4.0, das ich noch nicht getestet habe).

Ich weiß nicht, was ich tun muss, um das Core-Team von WordPress dazu zu bewegen, endlich umzudenken, und seinen Usern Mündigkeit zu gewähren. Entmündigung verband ich im IT-Bereich bislang nur mit dem Namen Microsoft – und diese Assoziation steht einem Projekt, das unter der GNU GENERAL PUBLIC LICENSE steht, wahrlich schlecht.

Autor:

Frank Doerr (aka Loewenherz) ist seit 1996 online, Geschäftsführer der Online-Marketing Agentur Spinpool GmbH und Inhaber der Webdesign-Agentur Wolke23. Fachjournalist (bdfj) und Buchautor. Er hält Vorträge auf SEO-Konferenzen, organisierte den SEO Stammtisch Rhein-Main und hat die erste offizielle Dokumentation der SISTRIX Toolbox verfasst. In den 90ern Lehrauftrag an der FH Frankfurt/Main, 2015 an der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Informationswissenschaft.

17 Kommentare

  1. Der Aspekt ist mir auch sauer aufgestoßen bei der Installation von WP 2.7. Dofollow tut es jetzt auch bei mir…

  2. Ich nutze auch das NoFollow Free Plugin und bin damit sehr zufrieden.

    Das einziege was man den WordPress Entwicklern aber wirklich vorwerfen kann, ist das man ein Plugin braucht um die Links auf DoFollow umzustellen.
    Wenn man bedenkt das wohl die meisten Blogger kein SEO Blog betreiben und auch garnicht wissen das es problematisch für sie werden kann wenn sie in den Kommentaren auf irgendwelche Spamseiten linken. Finde ich NoFollow als standard Wert für Kommentarlinks aber durchaus in Ordnung.

  3. Wahrscheinlich müsstest Du WordPress nur mehr Geld als Google zahlen, um das nofollow wieder einzuschalten… 😉

  4. Wie jetzt? Dann war mein ganzer Kommentarspam der letzten Wochen umsonst da die meisten Blogs ja WordPress benutzen 😉

  5. Wenn ich mir deinen Kommentar und deine Seite so anschaue, werter Kreuzberger, kommen mir völlig neue Ideen zu Begrenzung der Linkliebe: Wenn jemand in der URL ein nofollow-Blog angibt, wird die URL gelöscht. He, klingt gut 🙂

  6. Pingback: No Nofollow bei Wordpress 2.7

  7. Pingback: Die kanonische Nofollow Falle - S-O-S SEO Blog

  8. Das wirklich blöde finde ich, das hier ein Hick Hack vonstatten geht. Die WP Entwickler sollten doch wirklich kapiert haben, dass es zwei Lager gibt: nofollow Fetischisten und nicht nofollow Fetischisten. Der schon tausend Mal geforderte Schalter zum selber wählen, würde alle zufrieden stellen und es würe aufhören, immer wieder an allen möglichen Blogs schrauben zu müssen um den gewünschten Zustand zu erreichen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf: “Eine Stimme für die nofollow Default Einstellung!”

  9. Pingback: Kurz und gut von anderen I  miradlo bloggt

  10. Ich benutze auch das no-nofollow Plugin, hatte aber gestern bemerkt, dass eine ganze SEITE auf nofollow war. Da könnte ich kot…
    Ich versteh das einfach nicht, warum man bei jeder neuen Version von WP dieselben Einstellungen wieder machen muss…

  11. Ich verwende das Plugin DoFollow – das funktioniert bei mir ohne Probleme auf Anhieb. Dass diese fehlende Option in WordPress mühsam ist, da geb ich dir vollkommen recht.

    Vielleicht hat Automattic von Google, Yahoo & Co einen Haufen Geld gekriegt, damit sie das einbauen.

  12. Pingback: Steckbares für die Wortpresse — WordPress und seine PlugIns (3) | geBILDet

  13. Ich nutze mittlerweile die Einstellungen von NOFF, ab wievielen Beiträgen eines Autors das nofollow-Attribut entfernt werden soll. Hilft doch sehr, nachdem der Kommentarspam immer mehr zunimmt. Insofern bleiben meine Blogs grundlegend auf dofollow, aber eben nur für Stamm-Kommentatoren 🙂 Spart den ganzen Case-by-case-Aufwand.

  14. Ja das stimmt, denn bei manchen Projekten darf zum Beispiel gar kein NoFollow sein, wie etwa wenn es darum geht andere Webseiten vorzustellen und ähnliches, aber wie auch immer: Das NoFollow-Attribut ist ohnehin von vorgestern, Goggle spidert einfach weiter, ob es nun da steht oder nicht und für den Besucher eines Blogs ist es auch egal, der Link sieht für ihn immer gleich aus und wenn er will dann klickt er drauf oder auch nicht!

    PS: Dennoch versuch ich mal die hier erwähnten Plugins bei mir, denn die Suche nach diesen hat mich ja auch hier her gebracht 🙂 Danke für die Tipps !

Kommentare sind geschlossen.