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Hilft Firefox dem Google Top-Ranking?

Firefox ist mittlerweile ein verbreiteter Browser – meine Serverstatistiken zeigen ca. 30% Nuzter. Eine Einstellung von Firefox (zu sehen mittels about:config) ist zu finden unter „network.prefetch-next“, die standardmäßig auf „true“ steht. Diese Einstellung bewirkt, dass Webseiten automatisch im voraus geladen werden – und zwar diejenigen mit dem Link-Attribut rel=“next“ (früher rel=“prefetch“).

Nun könnten einige SEO’s auf den Gedanken kommen, damit nicht nur Surfern die Ladezeit der vermutlich als nächstes aufzurufenden Seiten zu ersparen. Sondern sich – gerade wenn man Analytics einsetzt oder der Surfer die Google-Toolbar benutzt – gegenüber Google eine besuchte Seite mehr zu verschaffen. Ob dies geht?

Doch Google selbst nimmt möglicherweise bereits Einfluss durch Prefetching:

So will man in manchen Fällen den ersten Suchtreffer auf diese Weise in der Ergebnisseite auszeichnen. [1]

Ein aktueller Leserbrief in der c’t spricht davon, dass „die zuerst gefundenen Websites in den Browser-Cache geladen werden, unabhängig davon, ob man die Website aufruft oder nicht“ (c’t 2008, Heft 12, Stefan Selnek). Lassen wir die damit zusammenhängenden Sicherheitsbedenken etc. einmal beiseite und konzentrieren uns nur auf den Bereich der Suchmaschinenoptimierung.

Es gibt in SEO-Kreisen die Ansicht (die ich ebenfalls vertrete), dass auch die Klickhäufigkeit auf Ergebnisse in den SERPs Einfluss auf die Positionierung hat. Wenn dies so wäre, würde dann der prefetch einer Seite dementsprechend gewertet, so dass die Großen eine verbesserte Chance hätten, groß zu bleiben?

Ich habe mehrere Suchergebnisse von Google im HTML-Code analysiert und konnte das next-Attribut dort nirgendwo finden. Im Webgear-Forum allerdings gibt es konkrete Hinweise [2] darauf, entdeckt durch die Aktivierung der Erweiterung „Live HTTP Headers“. Ich bin gespannt auf qualifizierte Kommentare.

[1] Sparen auf Kosten anderer: Web-Prefetching
[2] Network.prefetch-next bei Firefox

Autor:

Frank Doerr (aka Loewenherz) ist seit 1996 online, Inhaber von Spinpool Online-Marketing und der Webdesign- und Wordpress-Agentur Wolke23. Fachjournalist (bdfj) und Buchautor. Er hält Vorträge auf SEO-Konferenzen, organisierte den SEO Stammtisch Rhein-Main und hat die erste offizielle Dokumentation der SISTRIX Toolbox verfasst. In den 90ern Lehrauftrag an der FH Frankfurt/Main, 2015 an der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Informationswissenschaft.

4 Kommentare

  1. Google fügt nur dann rel=“prefetch“ ein, wenn
    (a) der User-Agent auf die Mozilla-Familie hinweist und
    (b) der erste Treffer – nach Googles Ranking-Kriterien
    – sehr gut zum Suchbegriff paßt und sich deutlich von
    der Konkurrenz (also den weiteren Treffern) abhebt.

  2. Das „next“- bzw. „prefetch“-Attribut wird von Google für den ersten Treffer genutzt, wenn Google hinreichend sicher ist, dass der Nutzer diesen Treffer anklickt. Ich habe vor einiger Zeit mal beobachtet, dass damals alle Seiten, die Sitelinks hatten, ebenfalls dieses Prefetch-Attribut hatten, es also eine Art Vorstufe der Sitelinks war. Einfluss auf das Ranking wird es allerdings nicht nehmen, dafür nutzt Google seine Tracking-Codes in den SERPs – und da ist kein Prefetch drin 😉

  3. Merci Johannes, das klärt die Geschichte. Sehe ich es richtig, dass das Tracking über ein onmousedown erfolgt?
    P.S.: Beim Haupttreffer mit Sitelinks konnte ich nun auch den prefetch-Tag entdecken. Auf „next“ wurde verzichtet, sieht so aus, als würde die Kritik unter [1] nicht mehr greifen.

  4. Das Tracking funktioniert tatsächlich über ein OnMouseDown-Event. Die Funktion clk(…) erzeugt
    ein Image-Objekt und somit wird ein GET-Request /url?sa=T…. ausgeführt, der von G mit 204/No-Content beantwortet wird.

    Gruß
    Christian

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