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DasÖrtliche – Ranking und Backlinks

Das Örtliche – wer kennt es nicht? Ein gelbes Büchlein, das man früher gut gebrauchen konnte, um Telefonnummern und Adressen nachzuschlagen. Seit zehn Jahren ist es im Netz erreichbar unter dasoertliche.de. Hier mal die Domainwerte laut SISTRIX:

Sichtbarkeitsindex: 56,01
Google PageRank: PR8
Indexierte Seiten: 1.610.000 (+70% seit 07.07.)
Alter der Domain: 08.05.1999

Hier ein Blick auf den Sichtbarkeitsindex als Graphen:

Sichtbarkeitsindex Das Örtliche

Wie man sieht, geht es nach einem Einbruch im Mai wieder bergauf. dasoertliche.de fiel mir kürzlich im Google-Ranking bei Suchen durch TopTen-Platzierungen auf. Und dass Google DasÖrtliche mittlerweile im regionalen Bezug besonders lieb zu haben scheint, ist naheliegend (und ich rechne damit, dass die Gelben Seiten hier ebenfalls stärker kommen werden). Dazu wird themenrelevantes Tagging eingesetzt und die Links sind dofollow. Das weckt Begehrlichkeiten beim SEO. Zudem wird mit 16 Mio. Visits und über 80 Mio. Seitenaufrufen pro Monat geworben.

Wie man allerdings dort hineinkommt, ist nicht so leicht ergründbar. Für drei Monate gibt es ein kostenloses Schnupperangebot. Aber unsereiner mag ja lieber dauerhafte Links. Also kontaktieren.  Dies wird über die Suchfunktion leicht gemacht,  aber letztendlich sind rund 100 regionale Verlage als Herausgeber zuständig (unter anderem ein gewisser Heise Verlag…), die man anrufen muss und die dann versuchen, persönliche Termine zu vereinbaren. Auf Nachfrage erfährt man mit etwas Glück doch Preise. Meines Wissens könnte dies aktuell so aussehen:

Online Starterpaket (mit fünf Schlagworten) für 83 Euro plus 20 Euro für den Link (huhu, Google, ich hab nen Linkverkäufer entdeckt *g*). Aber halt, gilt nicht. Denn man muss erst für 118 Euro eine Werbeschaltung in der Printausgabe kaufen, damit man das Online-Paket überhaupt buchen kann. Damit sind wir bei 221 Euro netto pro Jahr, also pro Monat rund 20 Euro für einen Link von DasÖrtliche. Bei zehn Schlagworten sind wir bei 245 Euro netto. Und dann gibt es noch eine Toplink-Geschichte (prominentere Platzierung des Links) für irgendwas um die 325 Euro (plus Print).

Erstes Feedback von meinen Kunden: Zu teuer! „Ja, wenn ich nur das Online-Paket buchen könnte  ohne Print, dann würde ich es tun.“ Klar, das wären dann auch nur ca. 8,50 Euro netto pro Monat pro dofollow-Link von einer starken Seite, also völlig im Rahmen. Würde ich jedem Anbieter mit Regionalbezug sofort empfehlen.

Leider koppelt DasÖrtliche die Online-Buchung strikt an das Medium Print. Aus historischen  Gründen nachvollziehbar: Das kleine gelbe Büchlein soll weiter existieren. Und auch klar deshalb, da Verlage – also klassische Printer – dahinter stehen. Aus Kunden- und SEO-Sicht dagegen unschön.

Stellt sich die Frage, womit DasÖrtliche letztendlich mehr verdienen könnte:  Über Printeinträge, die zähneknirschend mitgebucht werden, oder über Online-Marketing ohne Zwangskopplung? Da die meisten Bestandskunden nach meiner Einschätzung sowieso Printeinträge wollen, würde ich auf letzteres tippen, um zusätzlich webaffine Neukunden zu akquirieren. Und DasÖrtliche könnte dadurch glatt seine Netzpräsenz als qualifizierten Webkatalog (wo Google ja Kosten vertretbar findet und als Qualitätskriterium einstuft) deutlich ausweiten.

P.S.: Ach ja, meinestadt.de bietet mittlerweile Einträge kostenlos an…

Autor:

Frank Doerr (aka Loewenherz) ist seit 1996 online, Inhaber von Spinpool Online-Marketing und der Webdesign- und Wordpress-Agentur Wolke23. Fachjournalist (bdfj) und Buchautor. Er hält Vorträge auf SEO-Konferenzen, organisierte den SEO Stammtisch Rhein-Main und hat die erste offizielle Dokumentation der SISTRIX Toolbox verfasst. In den 90ern Lehrauftrag an der FH Frankfurt/Main, 2015 an der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Informationswissenschaft.

11 Kommentare

  1. Und irgendwann macht es schwupps, und alle Links sind von heute auf morgen nofollow. Kann nicht mehr lange dauern bis Google da mal anklingelt.

  2. Wenn die Printausgabe „liegen“ bleibt, dann wird es sicher ein Onlineangbot geben. Also vermutlich in ungefähr 50-100 Jahren. Aber dann ist es mir egal. So, wie jetzt auch.

  3. Ich kann mich noch erinnern, vor 2-3 Jahren habe ich mich bei dasörtliche oder yellowpages o.Ä. kostenlos eingetragen, weiß nicht mehr genau wo.
    Nach 1.5 Monaten ging die Hölle los, eine wahrscheinlich Vertriebsmitarbeiterin hat mich mehrmals angerufen mit den ganzen unrealistischen Angeboten, hat mir versucht irgendwie zu erzählen dass es in meinem Bereich nur 2 (1, 3, x…) freie Anzeigenblöcke gibt usw. Ich konnte die kaum loswerden. Seitdem bin ich mit diesen Angeboten vorsichtiger geworden 😉

  4. was mit solchen seiten auch passieren kann sieht man ja gerade bei suchen.de. guckt euch das mal bei sistrix an. wäre doch mal auf eure meinung dazu gespannt.

  5. Dass es den ollen Wälzer gedruckt noch gibt wusste ich gar nicht – danke für die Info;) Mal ehrlich: über „das Örtliche“ im Netz regionale Angebote zu suchen ist ungefähr wie bei Bing und Yahoo suchen, weil man alternativ sein will

  6. Hehehe, 325€ und mehr für einen nicht sicheren Link? Mit einem Eintrag in einem Buch das niemand (der Zielgruppe) benutzt?
    Na Danke, da gibts auch andere Anbieter.

  7. kleine Anmerkung zu meinstadt.de: der Eintrag ist kostenlos (bringt also durchaus besucher) aber die Suchergenisse und einige andere Seiten sind alle schön „noindex“ und auch „nofollow“. aber machen sollte man es trotzdem.

  8. Tobias, nicht bei den von mir getesteten Seiten, die mir plötzlich in der Google TopTen aufgefallen sind…
    <meta name="robots" content="index,noarchive,follow">
    Du siehst das auch gut daran, dass seit Anfang Juli 70% mehr Seiten von DasÖrtliche im Googleindex zu finden sind. Da müssen also Seiten, die bislang nicht indiziert werden durften, Google zugänglich geworden sein…
    Bei den Links steht jeweils die Mailadressen auf nofollow und der www-link ist dofollow. Also alles SEO-technisch schön.

    Allerdings weiss ich mittlerweile, dass es nicht so bleiben wird. Und da DasÖrtliche dann auch von den Rankings her wieder weniger relevant sein wird und eine Änderung des Geschäftsmodells aufgrund des Fokus seitens der Druckereien eindeutig im Printbereich bleibt, werde ich es keinem Kunden empfehlen. Solange der Umsatz via Print stimmt, dürfte auch eine Erweiterung des Geschäftsmodells hinsichtlich Online nicht so dringend sein. Dennoch bin ich mir sicher, dass DasÖrtliche dadurch gewinnen könnte. Es haben ja auch bereits andere gut gehende Businessbranchen das Netz als Geschäftsmodell in guten Zeiten ignoriert – der Jammer kam dann später, wenn die Umsätze wegbrachen. Siehe Musikindustrie etc.

  9. @ loewenherz

    richtig, ich meinte auch „meinestadt.de“ 🙂 nicht „dasörtliche“.

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