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Der Rucksack des Playboys

Wundert euch nicht, wenn diese Geschichte unter „Linkbildung“ statt unter „Szene“ einsortiert ist, denn dies wird beim Lesen klar. Und es handelt sich um eine Story, die bereits seit vielen Wochen erzählt werden will und wie die meisten Posts der letzten Tage nun endlich von der Halde geht:

Weihnachten 2007 stand vor der Tür. Ich bewegte mich zum Briefkasten, darin fand sich ein großer Umschlag. Finanzamt? Abmahnung? Nein, pures Dynamit: Der Playboy vom November 2007 mit dem Aufreißer „Uni-Sex – Deutschlands 10 schönste Studentinnen“ und wertvollen Artikeln wie „Mundarbeit – Ein Seminar lehrt Frauen die hohe Kunst des Blow-Jobs“.  Wollt ich schon immer mal wissen.

Wie kam dieses Ding in meinen Briefkasten? Erinnerungen wurden wach an Stalking-Geschichten vor einigen Jahren, als eine sehr verwirrte junge Dame mir nachgestellt hatte. Oder einfach nur ein Scherz aus einer meiner Communities? Und wieso lag da ein Überweisungsschein dabei? Bei Rezensionsexemplaren ist der Preis normalerweise ausgegraut, aber auch dies fehlte. Dazu Online-Bestellung? Jemand musste sich einen schlechten Scherz mit mir erlauben. Mein Gott, vielleicht hatte ich ein ganzes Abo am Hacken?

Und natürlich entdeckte das Wesen, das Bett und Leben mit mir teilt, mit geballter weiblicher Intuition sofort jenes Heft und begann unbequeme Fragen zu stellen. Ob ich nicht ausgelastet wäre? Ob der Mundarbeit-Artikel ein dezenter Hinweis wär? *röchel* Ich war in Erklärungsnot.

Also schrieb ich sofort einmal den Playboy an:

Guten Tag,

heute fand ich überraschenderweise in meinem Briefkasten eine Ausgabe des Playboy. Nicht dass ich etwas gegen Ihr Magazin hätte, schließlich hatte ich vor wenigen Jahren wegen der Publizierung einer Story angefragt.

Allerdings stand auf dem Lieferschein „Online Bestellung vom 19.12.07“. Hiermit erkläre ich, dass ich den Playboy nie online bestellt habe. Ich muss davon ausgehen, dass sich hier jemand einen Scherz mit meiner Adresse erlaubt hat.

Ich finde es auch nicht zumutbar, das Heft verpacken und die Portokosten einer Rücksendung aus eigener Tasche zahlen zu müssen. Abgesehen davon, dass unsere Post nun geschlossen hat und ich bis nach Neujahr unterwegs sein werde, also die genannte 14-Tages-Frist gar nicht einhalten kann.

Da es sich um eine Online-Bestellung handelt, sollte die IP-Adresse desjenigen gespeichert sein, der sich diesen „Scherz“ erlaubt hat. Es steht Ihnen frei, Strafanzeige zu erstatten. Und ich hoffe, dass der Playboy hier nicht etwas ungewöhnliche Maßnahmen zur Generierung von Neukunden vorgenommen hat.

Also wie immer in die Vollen. Und prompt kam die Antwort:

Die Bestellung dieser Ausgabe wurde ausgeführt von: Modenio , Bruckschlögl Martha, Thalmässing

Sollte Ihnen diese Dame bekannt sein, setzen Sie sich bitte mit Ihr in Verbindung.

Nein, die Dame war mir nicht bekannt. Aber Modenio? Es klickerte kurz, dann fiel mir das Rucksack-Center ein. Und eMails, die mir seit einiger Zeit von einem gewissen Andreas Bruckschlögl ins Haus geflattert waren, der ständig nachfragte, ob seine „Weihnachtspost“ angekommen sei. Und ich in Erwartung eines Rucksacks bzw. von Klamotten von dealer-shop.de natürlich einen engen Fokus hatte.

Aber ich hatte den Herrn unterschätzt. In irgendeinem SEO-Blog hatte ein Kollege (wo war das noch?) nämlich vor Weihnachten einen Rundumschlag bezüglich seiner Sponsoren gemacht und ich tönte vollmundig, dass ich nicht käuflich sei, sondern höchstens „durch den charmanten Augenaufschlag einer zauberhaften Dame“ zu betören sei. Dass ich dann sofort mit nackten Tatsachen konfrontiert werden würde, konnte ich mit meiner zuweilen naiven Denke nicht erahnen.

Aber er hat alles gut gemacht. Mit einem Rucksack von Eastpak,  der groß genug ist, um meinen Laptop darin zu verstauen und sogar genau in einem Grün, das zu meinem Typ passt. Und die Action war denn auch speziell genug, darüber zu bloggen 😉 Und deshalb steht es auch hier: Weil es einfach eine saubere Aktion in Sachen Linkbuilding darstellt: Statt monatlicher Zahlungen ein nettes Präsent, wie schon lange bei seoFM empfohlen. Und was dem Friday sein Bier, sind für mich schöne Frauen nützliche Accessoires.

Autor:

Frank Doerr (aka Loewenherz) ist seit 1996 online, Inhaber von Spinpool Online-Marketing und der Webdesign- und Wordpress-Agentur Wolke23. Fachjournalist (bdfj) und Buchautor. Er hält Vorträge auf SEO-Konferenzen, organisierte den SEO Stammtisch Rhein-Main und hat die erste offizielle Dokumentation der SISTRIX Toolbox verfasst. In den 90ern Lehrauftrag an der FH Frankfurt/Main, 2015 an der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Informationswissenschaft.

6 Kommentare

  1. Hehe,

    „[…] schließlich hatte ich vor wenigen Jahren wegen der Publizierung einer Story angefragt.“

    Und über mich sagen, ich hätte meine Finger ja überall drin 😉

    Wurde die Story dann publiziert oder wandert die in (d)ein „Gute Nacht Geschichten für einsame Herzen“ Buch?

    Hoffe dass du das entrüstete „Wesen“ inzwischen wieder besänftigen konntest – auch gerade wenn dieses tiefsinnige Magazin nun turnusgemäß bei dir eintrudelt 🙂

  2. Wie peinlich…der Bruckschlögl. Naja, wers braucht 😉

  3. Hi Dennis,
    nein, jene Story liegt weiterhin in einem Ordner und wird vorerst nur bei privaten Lesungen vor einem ausgewählten und präparierten (sic!) Publikum zum Besten gegeben. Ralf König konnte sie leider zeichnerisch nicht umsetzen, da er mit seinen eigenen Ideen genug zu tun hat.
    Und nein, das Magazin trudelt nicht turnusmäßig bei mir ein. Dies war nur eine Befürchtung.
    @Lepron: Hey, die Idee war schon nicht schlecht. Schließlich konnte er mir keine komplette Dame samt Lächeln per Post schicken (obwohl, wenn ich da so drüber nachdenke…)

  4. Ich hatte auch schon mal ein ähnliches Problem da hatte sich wohl jemand einen Scherz erlaubt und hat mir die Coupe:-) aboniert.
    Aber durch ein Nettes Anschreiben bei der Firm konnte ich die Sache schnell klären

  5. Linkbaiting? Immer diese „Rucksack-Piloten“ 🙂 Viel Spass mit dem Playboy 😉

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Kommentare sind geschlossen.